Vortrag von Prof. Dr. Giovanni Maio
9. Oktober 2018 um 19 Uhr in der Reithalle Rastatt
Schwere Krankheiten stürzen den Menschen in eine existenzielle Krise.
In einer Medizin, die allein von Naturwissenschaft, Technik und Ökonomie geprägt ist, fühlt sich der kranke Mensch in seiner Lebenskrise oft allein. Dabei sind Pflegende, Ärzte und Psychotherapeuten angetreten, um sich dem ganzen Menschen zu widmen, aber dafür wird ihnen im heutigen System kein Raum gegeben.
Der Vortrag entwirft ein Medizinkonzept, das auf die Bedeutsamkeit einer verstehenden Beziehung zum Patienten abhebt. Es wird eine Ethik in der Medizin entworfen, die auf die Kraft der Zuwendung und der Begegnung setzt. Im Zuge der Industrialisierung und Ökonomisierung der Medizin geht nicht weniger verloren als der Blick für die Notwendigkeit einer Haltung des verstehenden Beistandes. Durch dieses Verstehen vermitteln wir dem kranken Menschen Anerkennung, und dies lässt in ihm ein Gefühl der heilsamen Selbstachtung aufkommen. Diese heilsamen Kräfte der Zuwendung gilt es wiederzuentdecken.
Der Vortrag versteht sich als Aufruf zu einer neuen Medizin der Zwischenmenschlichkeit.
Dr. Maio ist Mediziner und Philosoph.
Er promovierte in Freiburg und forschte in Lübeck zur Ethik der Forschung an nicht einwilligungsfähigen Patienten. Maio kritisiert in seinen Publikationen die zunehmende Kommerzialisierung der Medizin. Maio fürchtet, dass durch das marktorientierte Handeln die besondere Stellung der Ärzte in der Gesellschaft verloren gehen könnte.
Veranstaltungsort: Reithalle Bürgersaal, Am Schlossplatz 9, 76437 Rastatt
Veranstalter: Hospizdienst Rastatt e. V., Kontakt: Susanne Fietz, Tel. 07222/77540
Der Eintritt ist frei, es wird aber um Spenden zugunsten des Hospizdienstes Rastatt e. V. gebeten.

Der Gemeindeanzeiger wird Ihnen an dieser Stelle von der Firma Dürrschnabel Druckerei und Verlag GmbH zur Verfügung gestellt.

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