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Ehrenbürger Bürgermeister a. D. Kurt Hertweck

Herr Bürgermeister a.D. Kurt Hertweck wurde für seine zum Wohle der Gemeinde erbrachten Verdienste zum Ehrenbürger der Gemeinde Elchesheim-Illingen ernannt. Die Verleihung des Ehrenbürgerrechts erfolgte am 30.09.2011 im Bürgerhaus Alte Kirche Elchesheim, im Rahmen eines Festaktes. Amtszeit: 01.05.1987 bis 30.04.2003.

Ansprache von Herrn Bürgermeister Rolf Spiegelhalder:


Sehr geehrter Herr Landrat Jürgen Bäuerle,
sehr geehrte Damen und Herren des Gemeinderates,
sehr geehrter Herr Bürgermeister und Mitglied des Baden-Württembergischen Landtages Herr Ernst Kopp,
liebe Kollegen Oberbürgermeister, Bürgermeister und Ortsvorsteher,
sehr geehrte Damen und Herren, 

ich darf Sie alle hier in unserem schönen Bürgerhaus Alte Kirche Elchesheim, auch im Namen des Gemeinderates, auf das Herzlichste willkommen heißen.
Weiterhin begrüßen möchte ich meinen Vorgänger im Amt Herrn Bürgermeister a. D. Joachim Ertl.                                                 
Ganz besonders begrüßen möchte ich aber unseren heutigen „Ehrengast und Hauptdarsteller“, Herrn Bürgermeister a. D. Kurt Hertweck mit Gattin.   
Die Verleihung der Ehrenbürgerwürde ist die höchste Auszeichnung, mit der die Gemeinde Elchesheim-Illingen im Sinne der Baden-Württembergischen Gemeindeordnung eine Person auszeichnen kann. Ehrenbürger oder Ehrenbürgerin können nur Menschen werden, die sich herausragende Verdienste um die Gemeinde erworben haben.
Der Anspruch für eine solche Ehrung liegt also schon sehr hoch, was alleine schon daraus ersichtlich ist, dass  gegenwärtig nur einem Bürger diese Auszeichnung zu Teil wurde, nämlich unserem Ehrenbürger Heinz Fütterer, den ich an dieser Stelle besonders herzlich begrüßen möchte.          
Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung vom 06.06.2011 einstimmig beschlossen, unserem Altbürgermeister und Mitbürger Herrn Bürgermeister a.D. Kurt Hertweck die Ehrenbürgerwürde zu verleihen.
Herr Kurt Hertweck wurde am 20.07.1941 im damals noch selbstständigen Haueneberstein als Jüngster von sechs Geschwistern geboren. Unmittelbar nach der Schule begann er eine Ausbildung bei der damaligen Deutschen Bundespost. Nachdem er im Rahmen der Weiterbildung noch weitere Fachprüfungen abgelegt und sich weiter qualifiziert hat, wechselte er 1965 zu seiner Heimatgemeinde und wurde dort Ratsschreiber.    
Dort angekommen, kann man sagen, bereitete er sich zunächst unbewusst in den kommenden 22 Jahren konsequent auf sein späteres Berufsziel vor. In dieser Zeit absolvierte Herr Hertweck wiederum die verschiedensten Fort- und Weiterbildungen und erreichte schließlich dadurch den Aufstieg in die Laufbahn des gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienstes. Doch dies alleine ist sicherlich nicht das Besondere. Von je her, zeigt er ein großes soziales Engagement und entwickelte sich auch in seinen praktischen Fähigkeiten enorm weiter. Auch war er stets in vielen Bereichen ehrenamtlich tätig. So war er:
- Leiter der Volkshochschule in Baden-Baden für den Stadtteil Haueneberstein
- Beisitzer der Kammer  für Kriegsdienstverweigerer
- Jugendschöffe beim LG Baden-Baden und auch
- Aufsichtsrat bei einer öffentlichen Bank
Darüber hinaus war er auch bereits in Haueneberstein in vielen Vereinen und über viele viele Jahre hinweg – ganz vorne aktiv mit dabei. Dazu kam noch seine Leidenschaft, das Fußballspielen, was er über 14 Jahre hinweg aktiv und mit Erfolg betrieben und heute noch voller Spannung und mit viel Interesse von „Außen“ mit verfolgt. 
Im Jahr 1987 dann machte unsere Gemeinde, so meine ich, einen Glücksgriff, indem der damals 46-jährige Kurt Hertweck sich am 05.04.1987 gegen seine 7 Mitbewerber durchsetzte und zum neuen Bürgermeister und somit zum Nachfolger von Clemens Wittmann gewählt wurde. 1995 gelang die Wiederwahl und war somit bis 2003 Ortsoberhaupt unserer Gemeinde.
In dieser Zeit gelang es Kurt Hertweck mit größtem Erfolg, die noch junge Doppelgemeinde stetig und mit viel persönlichem Einsatz und dem notwendigen Weitblick die Entwicklung der Gemeinde nach vorne zu bringen. Ich möchte an dieser Stelle nur einige der bedeutsamen Projekte nennen, welche in seiner 16-jährigen Amtszeit angegangen und mit viel Ausdauer, der notwendigen Geduld und der besonderen Gabe der „Diplomatie“ verwirklicht werden konnten:
- 1987  Einführung der EDV in allen Bereichen der örtlichen Verwaltung
- 1987/1988 Planung und Neubau der Schulturnhalle
- 1991-1992 Umbau und Umgestaltung der Alten Kirche Illingen zu einem Heimatmuseum und Umsetzung des Museumsprojektes „Arbeit am Rhein“ 1997, im Arbeitskreis waren sowohl Herr als auch Frau Hertweck
- In den neunziger Jahren wurden alle gemeindeeigenen Gebäude renoviert und zum Teil auch im Rahmen der Dorfentwicklungsplanung saniert
- Ausweisung von 2 Gewerbegebieten und 4 Wohnbaugebieten
- Anlage von zwei Hartplätzen
- Ansiedlung eines sog. Vollversorgers in Form eines Lebensmittelmarktes
- Gesamtausbau eines Gasversorgungs- und Breitbandkabelnetzes
- Rückbau der Niederspannungsleitungen und Bodenverlegung des gesamten Stromnetzes
- Modernisierung der kompletten Straßenbeleuchtung
- Verbesserung der Ortsentwässerung durch Bau bzw. Umbau von Regenklärbecken und zugehörigen Hebewerken
- 1996-1997 Umgestaltung der Alten Kirche Elchesheim zum modernen barrierefreien Bürgerhaus als Treffpunkt für die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Elchesheim-Illingen
- Ausbau und Neugestaltung der Ortsdurchfahrt von Elchesheim sowie
- Neuausbau der L78 a in Richtung Steinmauern und Au am Rhein als Ergebnis seines jahrelangen persönlichen Einsatzes in dieser Angelegenheit auf allen Ebenen
All diese Entwicklungen fanden statt, einhergehend mit einer restriktiven und wirtschaftlichen Haushaltsführung - was heißen mag, dass all dies unter der Prämisse einer gesicherten Finanzierung umgesetzt wurde. Diese für die Zukunft der Gemeinde notwendigen Finanzierungen beeinträchtigten damals den für eine Gemeinde so wichtigen Handlungsspielraum nicht. Im Laufe der Amtszeit gelang es sogar, trotz all der genannten Investitionen, die Pro-Kopf-Verschuldung von ursprünglich 180 € im Jahr 1987 auf 140 € im Jahr 2003 zu verringern. Das Gemeindevermögen wuchs gleichsam in dieser Zeit von knapp 11 Mio. € auf knapp 16 Mio. € an. 
All dies wurde durch Herrn Hertweck mit einem immens engagierten Tatendrang angegangen und umgesetzt. Ausgestattet mit der notwendigen Selbstdisziplin und einem umfangreichen persönlichen Netzwerk zu allen Behörden und Einrichtungen, Vereinen, Firmen und Bürgern profitierte die Gemeinde stetig von seiner hohen Fachkompetenz und vor allem wiederum seiner hohen menschlich sozialen Kompetenz. Nicht zuletzt hatte er auch stets den notwendigen Riecher dafür, wenn es etwas auf dem sog. „Obergefreiten - Dienstweg“ zum Wohle der Gemeinde zu erledigen galt.
Privat sind Kurt Hertweck und auch seine charmante Ehefrau Juliana von Beginn an in der Dorfgemeinschaft ehrenamtlich tätig und haben dort durch Ihre aktive Mitwirkung große Achtung erworben.
 
So war Herr Hertweck:
- Rd. 16 Jahre 1. Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Elchesheim-Illingen und im Anschluss noch ca. 2 Jahre 2. Vorsitzender
- Seit 1988 Mitglied im Obst- und Gartenbauverein und bis zuletzt aktiv beteiligt an den alljährlichen Baumschneideaktionen
- Im Jahr 1988 wurde die Aktion für Behinderte und finanziell schlecht gestellte Personen unter dem Titel „Wir bereiten Weihnachtsfreuden“ auf den Vorschlag hin von Kurt Hertweck nach einer Veranstaltung des MV Illingen ins Leben gerufen
- Einführung der Durchführung einer Hobby-Ausstellung im zwei-jährigen Rhythmus
- Ehrenamtlicher Tätiger beim Museumsdienst und Führer für das hiesige Heimatmuseum „Arbeit am Rhein“  
- Förderung des Streuobstbestandes durch die von der Gemeinde veranlassten Obstbaum-Bestellaktionen, ebenfalls im 2-jährigen Rhythmus
- Immer aktiv besucht er die Gesangstunden und Auftritte des Bürgermeisterchores des Landkreises Rastatt, was ihm bekanntermaßen viel Freude macht und aus der viele Freundschaften entstanden sind.       
Darüber hinaus hat Herr Hertweck sowohl bei den Feierlichkeiten zur 900 Jahr-Feier im Ortsteil Elchesheim als auch bei den Feierlichkeiten zur 1050 Jahr-Feier des Ortsteiles Illingen im vergangenen Jahr in den jeweiligen Festausschüssen Verantwortung übernommen. Damit trug er maßgeblich zum Gelingen dieser Veranstaltungen und der Festigung der Dorfgemeinschaft bei. Nicht zuletzt hat dies auch zu einer deutlichen Steigerung des bürgerschaftlichen Engagements in der Gemeinde beigetragen.
Lieber Kurt,
die Gemeinde zollt Dir großen Respekt für Dein stets vorausschauendes und faires Verhalten gegenüber Jedermann und in allen Lebenslagen unabhängig davon, ob derjenige von sich aus oder aber aufgrund von Umständen die dieser nicht zu vertreten hatte in Not geraten war und Hilfe benötigte. Dein Rat hat immer Gewicht - im beruflichen - wie im privaten Bereich. Jeder der etwas wissen will und wollte, weiß, dass Kurt es weiß und vor allem - dass er über Alles etwas weiß und bis heute, nach wie vor, vielen Menschen helfen kann und konnte. Dein Reichtum ist die Familie und alle die Dich kennen wissen, dass man bei Dir neben einem heißen Tipp auch immer noch eine „Spannende Kurzgeschichte erzählt bekommt“.
„Wir die Gemeinde sind stolz auf Dich und Dein Wirken im Dienste der Allgemeinheit und zum Wohle des Gemeinwesens. Du hast Dir diese außergewöhnliche Auszeichnung redlich verdient und wir wünschen Dir und Deiner Frau Juliana noch viele viele wunderbare Jahre bei bester Gesundheit“.
 Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit!
 

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